Ein innovatives Projekt

Multifunktionale Landwirtschaft existiert in ganz Europa in verschiedenen Ausprägungen, Qualität und Quantität. Sie umfasst verschiedene Bereiche der produzierenden Landwirtschaft in Kombination mit anderen außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten. In dem MAIE-Projekt konzentrieren wir uns auf Soziale Landwirtschaft. Bis heute fehlt ein hochwertiges, europaweites Netzwerk- und Coaching-Modell, das das Fachwissen aus den Professionen der Sozialen Arbeit, des Gesundheitswesens und der Pflege, der Justiz, der Bildung und der biologischen Landwirtschaft vereint. Mit der Entwicklung eines Curriculums, das sowohl auf Landwirte als auch für andere Akteure des ländlichen Raums aus verschiedenen Bereichen zugeschnitten ist, beginnt die Soziale Landwirtschaft ein eigenständiges Berufsfeld zu werden. Darüber hinaus bietet ein europaweites Netzwerk, zusammen mit einem Fundus verschiedener Schulungsmaterialien, professionelle Hilfe für Menschen, die mit Menschen mit Unterstützungsbedarf, etwa Menschen mit einer geistigen Behinderung, arbeiten.

Am Projektbeginn steht eine erste Zielgruppenanalyse, um deren Bedürfnisse zu ermitteln. Die Zielgruppe besteht aus Landwirten und Ausbildern in den Bereichen Gesundheitswesen, Soziale Arbeit und Justiz. Die Projektpartner aus Ländern mit den meisten Erfahrungen in der Sozialen Landwirtschaft – Italien und die Niederlande – analysieren den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Sozialen Landwirtschaft. Durch das Zusammentragen von vorhandenen Informationen, Arbeitshilfen und -materialien und den Einbezug wissenschaftlicher Projekte verschiedener Länder wird die Grundlage für die Entwicklung eines Curriculums geschaffen. Darauf folgend wird das Curriculum in Zusammenarbeit mit Experten in hochwertiger Qualität - auf ECVET-Level - erstellt. Es wird auf acht verschiedenen Sprachen entwickelt. Während aller Arbeitsphasen werden wir mit nationalen Expertengruppen, bestehend aus Fachleuten der Landwirtschaft, sowie des Sozial-, Gesundheits-, Justiz- und Bildungssektors, zusammenarbeiten. Um den interdisziplinären Ansatz zu gewährleisten und das Netzwerk der Akteure in ganz Europa zu verbessern, wird ein externer Gutachter hinzugezogen.

Um sicherzustellen, dass die Projektziele über die Projektlaufzeit hinweg Bestand haben, um die Vernetzung der Akteure zu fördern und um die Projektergebnisse zu nutzen, werden wir eine Sommerschule implementieren. Wir etablieren sowohl ein nationales, als auch ein gemeinschaftliches transnationales virtuelles Kompetenzzentrum in jedem Partnerland. Die Online-Plattform soll die Aktivitäten der nationalen und europäischen Bewegungen der multifunktionalen Landwirtschaft verbinden.

Methoden, um den Projektinhalt zu erreichen, sind:

  • Bottom-up-Ansatz mit partizipativem Einbezug der Zielgruppen, um deren Bedarf zu ermitteln.
  • Einrichtung von nationalen Expertengruppen mit Vertretern der verschiedenen Professionen, um die Partner während des Projekts zu unterstützen.
  • Durchführung der vorbereitenden Analyse mit Unterstützung der Expertengruppe.
  • Einsatz von effektiven Online-Learning-Tools, um ein Curriculum mit transnationalem Charakter zu schaffen.
  • Nachhaltige Nutzung und europaweite Verbreitung des Materials durch die Einrichtung mehrerer nationaler und eines web-basierten transnationalen virtuellen Kompetenz-zentrums. Dies verbindet relevante Aktivitäten auf dem Gebiet der multifunktionalen und Sozialen Landwirtschaft.
  • Prüfung, Verwertung und Präsentation des Materials während einer Sommerschule.

Zielsprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch, Niederländisch, Finnisch, Portugiesisch, Tschechisch und Bulgarisch.